Praktika im P6 Neo

Praktika im P6 Neo

 

 

 

Im März 2013 hatten wir im P6 zum ersten Mal eine Praktikantin unter der Betreuung von der Pädagogin (M.A.) Sara Fremmer.

 

 

Brigitte S. studiert soziale Arbeit an der FH in München und beschreibt ihre Erfahrungen im P6 im folgenden:

Diese Worte machen hoffentlich weitere Studenten/Schüler neugierig und wir können bald noch mehr Menschen für unsere Arbeit begeistern!

 

Da wir eine Pädagogin (M.A.) oder Dipl. Sozialpädagogin als Anleiterinnen haben, ist es möglich Praktika im Rahmen des Studiums bei uns zu absolvieren. Vorab muss natürlich geklärt werden, ob wir die Voraussetzungen für ihr Studium erfüllen.

Aber auch für Orientierungspraktika stehen wir zur Verfügung. Wir freuen uns immer Menschen mit Interesse an unserem Tätigkeitsfeld zu unterstützen.

 

Im Jahr 2018 hatten wir auch einen FOS-Schüler als Praktikanten bei uns. Seinen Bericht lesen Sie hier:

 

 

„Na, wo machst du Praktikum?“, ist eine Frage, die man oft gestellt bekommt. Als 16-jähriger Schüler in der 11.ten Klasse des Gesundheitszweiges, der Fachoberschule FFB, wäre eine Antwort wie: Im Krankenhaus, Altenheim oder der Behindertenwerkstatt zu erwarten, deshalb habe ich viele verunsicherte Blick mit meiner Antwort: „In einer Kontaktstelle für Suchtkranke“ geerntet. Die Reaktionen sind meist mehr Fragen, welche oft mit aus Unwissenheit resultierenden Klischees gespickt sind. Doch verübeln kann man es den meisten Leuten nicht; Drogen, Sucht und deren Prävention sind in unseren Kreisen, trotz der modernen Aufklärung noch Tabu-Themen und das Wissen der Mehrheit ergibt sich aus Horrorgeschichten, Halbwahrheiten und der dämonisierenden Mediendarstellung.

Genau aus diesem Grund wollte ich mich mit dieser Thematik mehr befassen und mit meinen persönlichen Klischees aufräumen. Auch interessierte ich mich schon lange für eine pharmazeutische Ausbildung. So entschied ich mich zusammen mit einer Klassenkameradin im P6 Neo mein Praktikum zu absolvieren.

Gesagt getan: Anfang 2018 statteten wir der Kontaktstelle den ersten Besuch ab, um uns mit dem Team zu unterhalten und erste Erfahrungen zu sammeln und ehrlich gesagt hatte ich damals auch noch ein mulmiges Gefühl. Man weiß ganz einfach nicht was man in so einer Einrichtung zu erwarten hat und vor allem wie das Klientel sein wird.

Schritt durch die Tür, sich auf alles vorbereiten und… Frühstück! Ja, genau dieser Moment fasst vermutlich meinen Eindruck vom gesamten Praktikum am besten zusammen: Eine Gruppe, mit etwa 10 Besuchern (Wie man die Patienten nennt), den zwei angestellten Sozialpädagoginnen und noch einer ehrenamtlichen Helferin, wie sie um einen großen Frühstückstisch sitzen, sich rau aber fröhlich unterhalten, während zwei Hunde durch den Raum flitzen.

Zwischen Februar und August sollte sich dieses Bild fast täglich für mich wiederholen. Das erste in der Arbeit? Alle begrüßen, den Frühstückstisch gemeinsam decken und erst einmal alle neuen Infos sammeln. Ist irgendwas Neues passiert? Geht es allen gut? Braucht noch jemand Kaffee? Der definitiv relevanteste Teil der Arbeit ist die Kommunikation mit den Besuchern, man unterhält sich mit ihnen, erfährt über ihre Probleme, ihre Geschichten, ihre Pläne und genau das ist, was das Praktikum für mich so interessant gemacht hat. Die Menschen, die von vielen nur als „Junkies“ abgestempelt werden sind meist freundlich und vielfältig, nur wurden sie fast immer durch ein Trauma oder eine schlechte Entscheidung auf die falsche Fährte gebracht. Deshalb finde ich auch, dass ich aus den Unterhaltungen viel gelernt habe. Von Wenigen hört man über die schlechten und harten Zeiten im Leben, doch sie gehören genauso dazu und von den Fehlern anderen und deren Konsequenzen zu hören birgt die Möglichkeit, von diesen zu lernen und das Gelernte wiederum aufs eigene Leben anzuwenden.

Die restlichen täglichen Tätigkeiten sind meist ganz normale Haushaltstätigkeiten, wie Kochen, Abräumen und auch mal hin und wieder Putzen, doch darüber muss ich nicht viel schreiben, denn der Kern der Arbeit sind die Menschen, denen man versucht aus einer kritischen Lebenslage zu helfen und sie wieder für den normalen Alltag aufzupäppeln. Diese Intention merkt man auch jedem der Mitarbeitenden an und so kann ich das Praktikum im P6 Neo jedem in der Thematik Interessierten, sozial engagierten und vor allem offener Person schwer empfehlen.

 

Jonathan